Magnetic Island

Ich komme am Mittag in Townsville an. Mal wieder habe ich keinen Plan wohin ich gehen soll bzw. was ich genau hier machen kann. Glücklicherweise liegt die Busstation direkt neben der Fähre nach Magnetic Island.

Kurz telefonisch Hostel und Fähren-Ticket organisiert und dann kann es auch schon losgehen. Die Fahrt mit der Fähre dauert gar nicht mal so lange wie ich gedacht habe und ist auch nicht so spektakulär.

Auf der Insel angekommen wird mir so langsam klar, dass es sich hier um ein genauso kleines Kaff wie Mission Beach handelt. Mit dem Bus fahre ich zum „X-Base-Backpackers“-Hostel. Direkt nach dem ich bezahlt habe, werde ich nett darauf hingewiesen, dass sich zurzeit ein 3,5m großes Salzwasserkrokodil auf der Insel herumtreibt und somit alle Strände gesperrt sind. Natürlich super, wenn das Hostel direkt am Strand liegt und ich zwei Gutscheine für Schnorcheln und Kajakfahren bekommen habe….die Gutscheine kann ich aber gegen 1h Internet tauschen!!!! Geil, das ist ein fairer Tausch ._.

Das Hostel ist cool, es ist recht groß und man schläft in Bungalows. Diese sind zwar für 8 Personen+Gepäck ein wenig zu klein, aber sehen cool aus : ). Ansonsten gibt es einen Pool, Hängematten und eine Bar. Überall dazwischen stehen Palmen und anderes Gewächs^^.

Es ist schon Abend und ich bekomme Hunger. Doch das ist problematisch, denn der einzige Supermarkt auf dieser Insel ist 20min Fußmarsch vom Hostel entfernt, aber Geld für ein Essen in der Hostelbar will ich auch nicht ausgeben… also mach ich mich auf den Weg.

2h später bin ich dann mit dem Essen fertig, denn zusätzlich zu dem langen Fußmarsch  zum Supermarkt, muss man in der (zu kleinen) Küche doch lange auf Töpfe bzw. Herdplatten warten. Was jedoch ganz und gar nicht schlimm ist, denn die Küche ist einer der besten Orte, um neue Leute kennenzulernen.

So verabrede ich mich mit Tim(deutsch) und zwei Schwedinnen, Sandra und Ebba, für eine Wanderung am nächsten Tag.

Der nächste Tag beginnt dann mit der Frage des Transports, denn die Wanderwege liege genau auf der anderen Seite der Insel. Ausleihen könnten wir: Mountainbike, Roller oder Auto. Auto geht nicht, da keiner von uns 21 ist. Mountainbike wäre zu anstrengend(Die Insel ist sehr hügelig) und Roller sind recht teuer.

 Hah! Lösung schnell gefunden: Ein älterer Australier(um die 40), den Tim am Tag vorher kennengelernt hat, will uns mit seinem Auto auf die andere Seite fahren.  Der Australier scheint ganz nett zu sein, aber auch ein wenig komisch…Da er Probleme im Job hatte, hat er sich eine Auszeit genommen und reist seitdem durch Australien. Kurios dabei ist, dass er 2 Kinder hat und eine Frau, die er für seine Auszeit zurück gelassen hat…

Naja egal. An unserem Startpunkt angekommen geht’s los. Die Insel ist fast komplett ein Naturschutzgebiet, jedoch handelt es sich dabei nicht um Regenwald, sondern eher um eine „Steppen-Landschaft“, alles hier ist recht trocken und felsig. Dennoch ist unsere Wanderung gleich von Beginn sehr interessant und anspruchsvoll…..und es wird noch anspruchsvoller ;)

Wir überqueren einen kleinen Fluss, wandern hoch und runter durch das Gestrüpp und kurz bevor wir den ersten Strand erreichen, versuchen Tim und ich einen recht hohen Felsen für ein Foto hochzuklettern, scheitern jedoch an der Hälfte, weil es zu Steil wird ;P

Danach gehen wir schnell zum Strand für die erste Abkühlung, denn es ist schon wieder richtig heiß geworden! Und nach der Erfrischung im Meer merke ich dann: Kamera geht nicht mehr. Scheiße! So wie es aussieht ist Sand ins Objektiv gekommen. Naja kein Wunder, denn ich habe keine Kameratasche…selber schuld würde ich sagen. Hoffentlich bekomm ich das wieder hin…. Zum Glück haben ja die anderen drei ihre Kameras dabei und somit bekomme ich dann später deren Fotos.

Zurück zum Strand: bei dem Strand handelt es sich um eine Bucht, die von felsigen Klippen umschlossen ist. Laut Karte soll hinter einer solchen Klippe gleich eine nächste Bucht kommen. Da wir nicht den halben Weg wieder zurück laufen wollen, um dort hinzugelangen, entscheiden Tim und ich, dass wir die Klippen entlang klettern. Ganz einfach! Sandra und Ebba schauen ein wenig skeptisch, stimmen aber zu^^

Der erste Teil ist kein Problem, jedoch wird es immer schwerer, steiler und gefährlicher ; P. Aber umkehren ist nicht drin. Nach ein paar waghalsigen Sprüngen und Kletter-Aktionen, schaffen wir es dann endlich zum nächsten Strand. Insgesamt hat es aber doppelt so lang gedauert wie der normale Wanderweg….aber es hat deutlich mehr Spaß gemacht. Der zweite Strand an sich ist jedoch nicht sehr viel anders als der Erste. Also geht es gleich weiter, dieses Mal jedoch wieder entlang den richtigen Wanderwegen ; )

Auf unserer weiteren Wanderung sehen wir mehrere schöne Buchten, Landschaften und alte Bunker aus dem zweiten Weltkrieg. Atemberaubende Ausblicke auf das türkisfarbene Meer während die Sonne untergeht!

 Sandra und Ebba werden immer etwas ängstlich, wenn wir einen kleinen Fluss überqueren, denn sie fürchten, dass das 3,5m große Krokodil überall auf sie lauern könnte^^. Die beiden diskutieren sogar, ob man vor einem Krokodil weglaufen könnte.

Naja die einzigen beiden wilden Tiere, die wir sehen sind ein Wallabie(kleines Känguru) und einen riesigen Seeadler(sehr beeindruckend!).

Spät abends kommen wir dann erschöpft und hungrig im Hostel an. Zu viert kochen wir dann Nudeln mit Sauce! Mal wieder^^. Später treffen wir uns dann an der Hostelbar und lassen den Abend dort  nett ausklingen.

Am nächsten Tag reist Tim ab und ich will mir ein Mountain-Bike ausleihen, Sandra und Ebba sind aber noch erschöpft vom letzten Tag und wollen nur am Pool relaxen.

 Naja dann mach ich mich eben alleine auf den Weg. Direkt am Anfang erinnere ich mich an den Grund, warum wir uns gestern keine Mountain-Bikes ausgeliehen haben…genau es ist verdammt hügelig hier. Ziemlich anstrengend! Aber wo es hinauf geht, geht es auch wieder berg ab und ich habe meinen Spaß ;) .

Mit meinem Mountain Bike erkunde ich so den Rest der Insel. Leider ist meine Kamera immer noch kaputt und so kann ich keine Fotos machen, obwohl an diesem Tag den besten Ausblick überhaupt habe: Auf dem höchsten Berg der Insel war während dem 2. Weltkrieg eine Kanone installiert und von genau dem Punkt aus hat man den perfekten Ausblick auf alle Buchten und Strände…das alles bei strahlend blauem Himmel!

Auf dem Rückweg traue ich meinen Augen nicht: Koalas! Wilde Koalas. Und das ist nicht genug, nur 1m von mir entfernt entdecke ich dann auch noch eine Koala Mutter mit ihrem Joey! Und ich habe KEIN Kamera!!!

 Zum Glück treffe ich Belinda, eine Engländerin, mit der ich dann ne Menge Fotos mache und sie verspricht  mir die Fotos später per Mail zu schicken!

Richtig geil, wilde Koalas so nah zu sehen! Leider war die Mutter blind und durch unsere Anwesenheit etwas eingeschüchtert…wird konnten auch nicht widerstehen die Koalas zu streicheln. Fühlen sich wie Teddys an ; )

Nach einer langen Zeit bei den Koalas, muss ich mich richtig beeilen, um mein Mountain-Bike zurückzubringen. Super erschöpft komme ich zwar 5min zu spät, aber kein Problem („no worries, mate“).

Nach dem Essen lerne ich vier deutsche Mädels kennen mit denen ich meinen letzten Abend auf Magnetic Island feier(natürlich mit genügend goon!). Das Hostel dient an diesem Tag als Disko für die ganze Insel, echt ne Menge los. Die Musik ist auch richtig gut. Obwohl ich morgen früh raus muss, wird eine lange Nacht.

Zu früh klingelt der Wecker am nächsten morgen und ich muss mich beeilen um die Fähre noch rechtzeitig zu bekommen. Wie der Zufall will, treffe ich Belinda auf der Fähre und sie gibt mir während der Fahrt die Koala Fotos! Juhu!

Zurück in Townsville gehe ich noch mit Belinda nach Subway, bevor mein Bus nach Ayr abfährt. Bah ist Subway hier scheiße…..das schmeckt nach nichts und die Cola wird mit Leitungswasser gemixt und das Leitungswasser besteht quasi nur aus Chlor…naja wenigsten ist es recht preiswert.

Ich verabschiede mich von Belinda und steige in den Bus nach Ayr. Das Reisen hat ein Ende und die Arbeit kann los gehen!

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